Aufbrechen

Kirche für morgen - Kirche für die Menschen


Informationsflyer zum pastoralen Projekt liegt in den Kirchengemeinden aus.

Der Wortlaut des Flyers:

„Wir müssen die Stadt mit einem Blick des Glaubens erkennen. Gott lebt unter den Bürgern und fördert die Solidarität, die Brüderlichkeit und das Verlangen nach dem Guten, nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Diese Gegenwart muss nicht hergestellt, sondern entdeckt, enthüllt werden.“ (Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium“ über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute, Nr. 71)

 

Die katholische Kirche in Stuttgart bricht auf

Vieles ist in der katholischen Kirche Stuttgarts in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Über vieles, was in unserer Kirche gebaut und ausgebaut wurde, können wir uns freuen. An verschiedenen Stellen spüren wir aber, dass nicht alles so weitergehen kann, wie bisher. Heute stehen wir vor neuen Aufgaben und manchen schwierigen Herausforderungen. In einer sich wandelnden Gesellschaft können wir als Kirche nicht einfach stehen bleiben.

Wir wollen für die Menschen heute in dieser Stadt da sein. Deshalb fragen wir uns, wie wir den Auftrag des Evangeliums gut und glaubwürdig für sie erfüllen können. Seit 2011 haben Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Pastoral und Verwaltung neue Ideen und Konzepte entwickelt. Gemeinsam mit der ganzen Diözese Rottenburg-Stuttgart machen wir uns auf dem Weg.

 

Kirche in der Stadt und für die Stadt

Kirche ist für alle Menschen da, nicht nur für sich selbst. Deshalb wollen wir mit Papst Franziskus „Gott in der Stadt entdecken“. Wo und wie können wir ihn finden? Wo wird er gebraucht? Wo ist er schon heilsam erfahrbar: in unserem Gebet und unseren Gottesdiensten, in der praktischen Nächstenliebe, in der Erfahrung von Heimat und Gemeinschaft, im Gespräch und Weitergeben des Glaubens?

Kirche beginnt, wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind. Es wird darauf ankommen, dass wir unseren Glauben in persönlichen Beziehungen erleben und leben: in unserer nächsten Umgebung, in der Familie, in unserer Nachbarschaft und unserem Wohnviertel.

Glaube braucht menschliche Nähe. Deshalb bleiben Gruppen und Kirchengemeinden wichtig. Gleichzeitig werden wir überlegen, welche Angebote in der einzelnen Gemeinde, welche hingegen in der Seelsorgeeinheit und welche auf Stadtebene am besten verwirklicht werden können. Dabei werden wir verstärkt mit kirchlichen und nichtkirchlichen Partnern zusammenarbeiten.

Für besondere Aufgaben soll es auch besonders ausgestattete Orte und Einrichtungen geben. Gute Erfahrungen haben wir auf diesem Gebiet schon mit dem Hospiz St. Martin oder dem Haus der Katholischen Kirche gemacht. Für die Trauerpastoral, Spiritualität, Jugendpastoral und Kirchenmusik wollen wir ebenfalls solche besondere Zentren anbieten.

 

Was ändert sich in der Organisation der Kirchengemeinden und Seelsorgeeinheiten?

Die Kirchengemeinden werden zukünftig in zwölf Seelsorgeeinheiten organisiert. An verschiedenen Stellen werden dazu die bisherigen Grenzen der Kirchengemeinden und Seelsorgeeinheiten angepasst. Zwei oder mehrere Gemeinden, die dies wollen, können sich zu einer Gemeinde vereinigen.

Die Verantwortung für Personal, Einrichtungsträgerschaften, Finanzen und Bauangelegenheiten wird von Vertretern der einzelnen Gemeinden künftig auf der Ebene der Seelsorgeeinheit in einem Gremium gemeinsam wahrgenommen. Die Kirchengemeinderäte vor Ort werden so von Verwaltungsaufgaben entlastet und können sich stärker um ihre vorrangige Aufgabe kümmern, „Kirche am Ort“ und „Kirche für die Menschen“ zu sein.

 

Was passiert mit Kirchen und Gemeindehäusern?

Die katholische Kirche in Stuttgart verfügt über 195 Kirchen, Gemeindehäuser und Pfarrhäuser. Wir werden mit unserem Geld nicht alle erhalten können. Wir werden entscheiden müssen, welche Investitionen im Sinn unseres kirchlichen Auftrags am wichtigsten sind. An manchen Orten können wir mit sozialen Trägern gemeinsame Projekte entwickeln. Wo Kirchen und andere Gebäude nicht erhalten bleiben können, bemühen wir uns um eine gute soziale Nutzung.

 

Gemeinden und Seelsorgeeinheiten machen sich auf den Weg

Die Seelsorgeeinheiten entwickeln ihre pastoralen Angebote weiter: Welche Aufgaben werden im Verbund der Seelsorgeeinheit zukünftig gemeinsam wahrgenommen? Worum will, kann und soll sich die einzelne Gemeinde in nächster Zeit besonders kümmern? Es können und müssen nicht alle alles machen. Von manchen Aktivitäten und Angeboten werden wir uns ehrlicherweise verabschieden müssen, weil wir sie nicht mehr leisten können. Aber das, was wir tun, wollen wir richtig und mit Freude tun.

Wenn im März kommenden Jahres der Kirchengemeinderat neu gewählt wird, soll erkennbar sein, in welche Richtung die jeweilige Seelsorgeeinheit und die Gemeinden weitergehen möchten. Mit dieser pastoralen Ausrichtung werden sich in der Folge auch viele organisatorische Fragen verknüpfen: Wie arbeiten die Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Pfarrbüros und alle Gruppen und Verantwortlichen in den Gemeinden möglichst gut zusammen? Wie arbeitet das Leitungsgremium  der Seelsorgeeinheit zusammen? Wie können wir noch besser mit den muttersprachlichen Gemeinden zusammenarbeiten? Wie viel Geld wird für die Pastoral in der Gemeinde vor Ort gebraucht und wie wird es gerecht verteilt?

 

Ihre Meinung und Ihre Ideen sind gefragt

Ihre Kirchengemeinde freut sich über Ihr Interesse und Ihre Anregungen. Informationen über das gesamte Projekt und die Einzelbeschlüsse finden Sie unter:  www.kath-kirche-stuttgart.de.

 

Für den Stadtdekanatsrat

Msgr. Dr. Christian Hermes, Stadtdekan                                     

Bernhard Kees, Zweiter Vorsitzender

 

Der Stadtdekanatsrat ist das oberste Entscheidungsgremium des Stadtdekanats Stuttgart, in dem alle Pfarrer sowie Vertreter aller Kirchengemeinderäte und der muttersprachlichen Gemeinden sowie der Einrichtungen im Dekanat die grundsätzlichen und gemeinsamen pastoralen, organisatorischen und wirtschaftlichen Entscheidungen treffen. Vorliegende Information basiert auf den Beschlüssen, die der Stadtdekanatsrat im Zuge des pastoralen Projekts „Aufbrechen – Katholische Kirche in Stuttgart“ gefasst hat.

 

Die digitale Version des Flyers können Sie hier herunterladen (pdf)